Woran erkennt man gute Forex Broker?

Mit dem Interesse von Privatanlegern am Forex Handel ist auch die Zahl der Anbieter am Markt gewachsen. Dutzende Broker bieten ihre Dienste an und werben vollmundig mit engen Spreads, kommissionsfreiem Handel und hohen Einzahlungsboni. Wer einen wirklich guten Handelspartner finden möchte, muss einen Blick hinter die Kulissen werfen und die Angebote kritisch hinterfragen.

Broker ist nicht gleich Broker. Ein „echter“ Broker nimmt den Auftrag seines Kunden entgegen und leitet ihn ohne Umwege an den Interbankenmarkt weiter. Market Maker hingegen eröffnen selbst Positionen und handeln möglicherweise gegen den Kunden. Daraus kann ein Interessenskonflikt erwachsen, der zulasten des Kunden geht. „Echte“ Broker weisen darauf hin, dass der Handel ohne Dealing Desk stattfindet.

Broker verfolgen unterschiedliche Geschäftsmodelle

Häufig ist allerdings nicht eindeutig, welches Handelsmodell ein Anbieter nutzt. Market Maker können z. B. einen Teil der Orders an den Markt weiterreichen und bei den restlichen Aufträgen selbst als Gegenpart auftreten. Auch wenn ein Broker alle Orders direkt an den Markt weiterreicht, gibt es noch Unterschiede.

Einige Broker agieren mit fixen Spreads (in die ein Aufschlag auf die Kurse des Interbankenmarktes eingepreist ist), andere setzen auf variable Spreads. Bei variablen Spreads kann ebenfalls ein Gewinnaufschlag eingepreist sein. Ist das nicht der Fall, wird der Broker i. d. R. Kommissionen verlangen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Wahl eines Brokers betrifft das maximale Verlustrisiko des Traders. Das maximale Risiko ist keineswegs immer auf den Einsatz begrenzt. Durch den Einsatz des Finanzhebels kann es zu einer Nachschusspflicht kommen, die zumindest theoretisch existenzbedrohend ist.

Ausschluss von Margin Calls vorteilhaft

Ein Fallbeispiel: Ein Trader hält eine Position im EUR/USD im Gegenwert von 1 Mio. Euro bei 1 Prozent Margin über ein Wochenende. Am Montagmorgen eröffnet der Kurs 5 Prozent tiefer. Der Verlust in Höhe von 50.000 Euro ist durch die Margin (10.000 Euro) nicht gedeckt. Zunächst verwertet der Broker das restliche freie Kontoguthaben und realisiert ggf. auch Gewinne in anderen Positionen. Reicht das noch immer nicht aus, kommt es zu Margin Call: Trader müssen dann binnen kürzester Zeit Geld nachschießen.

Manche Forex Broker schließen die Nachschusspflicht aus. Zwischen Kunde und Broker wird dann z. B. vereinbart, dass der Kontostand nie negativ werden kann. Eine solche Regelung kann auch für jedes einzelne Unterkonto gelten. Alternativ dazu kann jede Order automatisch mit einem garantierten Stopp Loss ausgestattet werden.

Regulierung und Einlagensicherung

Vor allem wenn größere Beträge an einen Forex Broker überwiesen werden sollten auch die Regulierung und die Einlagensicherung berücksichtigt werden. Zuständig für einen Broker ist die Finanzaufsichtsbehörde, die am Hauptsitz des Unternehmens ist. Zweigniederlassungen sind hingegen nicht relevant. Die Broker sind dann zwar bei der Behörde im Land der Außenstelle registriert, werden von dieser aber nicht beaufsichtigt.